Bergkristall

Der Name Bergkristall kommt aus dem Griechischen (krystallos = Eis), da Bergkristall nach antiker Vorstellung eine Art tief gefrorenes Eis war, das nicht mehr auftauen konnte. Erst im 18. Jahrhundert kam der Vorsatz »Berg« hinzu, da der Begriff Kristall selbst zum allgemeinen Fachwort für die regelmäßigen natürlichen Formen der Mineralien geworden war.

Fundgebiete Bergkristall
Bergkristall

Fundgebiete

Bergkristall
Brasilien
Bergkristall
Indien
Bergkristall
Madagaskar
Bergkristall
Mexiko
Bergkristall
Russland
Bergkristall
USA
Arkansas

Bergkristall ist weltweit zu finden. Große Vorkommen gibt es in den genannten Ländern.

Mineralogie

Primär
Trigonal
Oxide
Klar
SiO2

Entstehung

Bergkristall entsteht primär durch hydrothermale Bildung aus sehr reiner Kieselsäure-Lösung, die nahezu frei ist von Fremdbeimengungen. In der Regel findet er sich in Gängen und auf Drusen und Klüften. Wirklich klarer Kristall kann sich dabei nur dann bilden, wenn alle Wachstumsbedingungen (Druck, Temperatur, Mineralstoffangebot) über einen langen Zeitraum konstant bleiben. Alpine Bergkristalle entstehen beispielsweise in hydrothermalen Lösungen, die in ca. 40.000 Jahren nur jeweils um 1 ºC abkühlen.

Wenn Bergkristalle Wachstumspausen einlegen, lagern sich mitunter andere Stoffe und Verbindungen (mikrokristalliner Quarz, Calcit, Chlorit, Eisenoxide usw.) auf den Kristallflächen ab. Wächst der Kristall dann zu einem späteren Zeitpunkt weiter, bleibt der frühere Wachstumsabschnitt im später gebildeten Kristall sichtbar. Solche Bergkristalle werden Phantomquarze oder seltener auch Gespensterquarze genannt. Zwischen den einzelnen Wachstumsphasen können dabei Zeiträume von mehreren Millionen Jahren liegen. Weshalb diese Bergkristalle so lange Pausen einlegen und dann weiterwachsen, ist noch ungeklärt.

Erscheinung

Bergkristall ist trigonal und bildet sichtbare, makrokristalline Kristalle mit sechsseitigen Prismen, die in der Regel eine charakteristische Querstreifung zeigen (fehlt diese, kann man davon ausgehen, dass der Kristall poliert oder in eine andere Form geschliffen wurde). Er ist größtenteils klar mit nur wenigen Trübungen (ansonsten würde er als Milchquarz bezeichnet werden). Aufgrund verschiedener Wachstumsbedingungen bildet Bergkristall sehr unterschiedliche Kristallformen aus.

Chemismus

Bergkristall is ein fast reiner Kristallquarz (Siliciumdioxid) und zählt daher zur Mineralklasse der Oxide. Die Formel SiO2 ist dabei nur eine Summenformel, die das Mengenverhältnis von Silicium und Sauerstoff im Quarz angibt (1 : 2). Die eigentliche Struktur des Bergkristalls ist wesentlich komplexer. Ein Silicium-Atom ist hier jeweils von vier Sauerstoff-Atomen umgeben, so dass räumlich ein Tetraeder entsteht. Da jeder der vier Sauerstoffe wiederum mit einem weiteren Silicium-Atom verbunden ist, vernetzen sich die Tetraeder.

Bestimmungs­merkmale

 
 
 

Mohshärte

7.5 - 
8

Dichte

2.65

Spaltbarkeit

unvollkommen (parallel zur Rhomboederfläche), muscheliger Bruch

Strichfarbe

weiß

Transparenz

durchsichtig bis undurchsichtig

Verwechslungen und Unterscheidung

Als Kristall ist Bergkristall immer klar zu erkennen, in geschliffener Form ist er jedoch mit einer großen Anzahl durchsichtiger Mineralien und auch Glas verwechselbar. Im Zweifelsfall hilft hier nur eine mineralogisch-gemmologische Untersuchung.

Fälschungen

Ein böses Täuschungsmanöver ist die Bezeichnung »rekonstruierter Bergkristall« für Glasimitationen, denn Bergkristall lässt sich nicht durch Pressen oder Sintern zusammenfügen. Auch sogenannter Schmelzquarz ist nichts anderes als Glas, und die in esoterischen Kreisen beliebten blauen »Aqua-Aura«-Kristalle sind keine Naturprodukte, sonder künstlich mit Gold bedampft. Bergkristall-Synthesen sind inzwischen so billig, dass viele Schmucksteine daraus gefertigt werden. Sicherheit gibt auch hier nur die mineralogisch-gemmologische Untersuchung.

Mythologie

Der Bergkristall galt in allen Kulturen als Heil- und Zauberstein. Bergkristall sollte Dämonen und Krankheiten vertreiben und wurde als Kraft- und Energiespender benutzt. Bergkristall-Kugeln wurden zum Wahrsagen verwendet.

Heilkunde

Bergkristall kann Klarheit und Neutralität fördern und so Wahrnehmung und Verständnis verbessern. Er kann den eigenen Standpunkt stärken und unsere individuelle Entwicklung fördern.
Bergkristall kann tiefe Erinnerungen ins Bewusstsein heben. Er kann helfen, Probleme auf einfache Weise zu lösen und verlorengeglaubte Fähigkeiten wieder zu aktivieren.
Bergkristall kann Selbsterkenntnis bringen und in Form eines Phantomquarzes dabei helfen, vermeintliche geistige Grenzen zu überwinden.
Im körperlichen Bereich wird Bergkristall nachgesagt, dass er gefühllose, kalte, taube und gelähmte Stellen vitalisieren soll. Er soll die Gehirnhälften harmonisieren, die Nerven stärken und die Drüsentätigkeit anregen. Bergkristall soll Energie spenden und gleichzeitig Fieber senken und Schmerzen, Schwellungen, Übelkeit und Durchfall lindern.

Anwendung

Bergkristall kann als Kristall, Gruppe, geschliffener Stein oder Essenz verwendet werden. Er verstärkt außerdem die Wirkung anderer Steine.
Einzelne Bergkristalle sollten immer für denselben Zweck angewendet werden, also einen Kristall speziell für Kristallbehandlungen, einen anderen zur Meditation usw., da Bergkristall sich aufgrund seiner Speicherfähigkeit auf bestimmte Anwendungen hin prägt.